Samstag, 23. Juni 2012

Social Media: Der Hype endet und dann geht’s erst richtig los.


Hallo,
die Wirtschaftswoche fragt in dieser Woche „Endet der Hype um Social Media?“. 
Natürlich ist diese Frage nicht aus der Luft gegriffen. Verschiedene Zahlen belegen, dass es nicht immer nur nach oben geht. So sind die Userzahlen von facebook in den USA rückläufig und auch die Verweildauer der Benutzer dort sinkt.
Auch auf anderen Plattformen gibt es Hinweise auf das Ende des Hype.

Aber was bedeutet das? „Ist mit Social Media alles schon wieder vorbei, bevor es so richtig begonnen hat?“
Natürlich kann die Antwort auf diese Frage nur Nein lauten.
Im Gegenteil: Ich behaupte, dass die zugrunde liegenden Ideen von Social Media unumkehrbar sind! Eine Rückkehr in die One-Way-Kommunikation halte ich für ausgeschlossen, weil sie einfach unnatürlich ist.
Kommunikation ist nicht „Einer redet und alle anderen hören zu“, sondern echte Kommunikation ist ein Meinungsaustausch in beide Richtungen.
By-the-way:
Ich denke, dass facebook mit seiner Abstimmung zu den Datenschutzrichtlinien genau diese Regeln einer echten Kommunikation eklatant verletzt hat. Die Alternativen waren Pest und Cholera. Außerdem war von Anfang an klar, dass die Voraussetzung für eine Berücksichtigung der Umfrage niemals erfüllt werden kann. (Teilnahme von 30% aller User). Ist das vielleicht ein Grund warum facebook im Moment aus den Negativschlagzeilen nicht mehr rauskommt. Sie haben mit dieser Umfrage, die Werte verletzt, die die Basis für ihr Geschäftsmodell darstellen.
Vertrauen, Offenheit und Transparenz: Darum geht es im Web 2.0.
Diese Werte werden wir uns als Internet-User nicht mehr nehmen lassen.
Egal, ob es in 5 Jahren noch ein facebook gibt oder nicht.

Im Übrigen denke ich, dass das Ende des Hype überwiegend positive Aspekte hat. Ein Hype ist etwas Irrationales. Man könnte sagen: Eine positive Panik. Alle rennen in eine Richtung und keiner weiß genau warum. Social Media ist aber kein Selbstzweck. Facebook, Twitter, LinkedIn, Xing und Co sind Werkzeuge der Kommunikation. Twittern einfach nur weil es cool ist zu Twittern ist für eine Zeit lang interessant, weil es neu ist, aber irgendwann wird es langweilig zu lesen, wenn jemand nichts zu sagen hat.
Ich denke an diesem Punkt sind wir nun angekommen.
Ich sage voraus, dass die Spam-Posts und Spam-Tweets weniger werden und dass die Qualität der Kommunikation steigen wird.
Anders ausgedrückt: Die Qualität wird die Quantität verdrängen.
Ich freue mich darauf!
50 echte Unterstützer sind für ein Unternehmen deutlich werthaltiger als 500 friends, die mit Gewinnspielchen zum Klicken des „like“-Button animiert wurden, aber ansonsten keinerlei Beziehung zu dem jeweiligen Unternehmen haben.
Ich freue mich auf die Zeit nach dem Hype.
Beste Grüße
Thorsten Schmidt

Kommentare:

  1. Ja, und mit den richtigen Filtermethoden wird die Qualität die Quantität noch schneller verdrängen. Wie wäre es mit einem Tool zum wegfiltern von Posts mit vagen unkonkreten Aussagen, deren Ziel es ist Online-Freunde zum Nachfragen zu animieren.

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  2. Hallo Friedhelm,
    hört sich interessant an.
    Vielleicht könnte man den Edgerank um individuelle Komponenten ergänzen, um genau das zu priorisieren, was einen persönlich am meisten interessiert.
    Soweit ich weiß, gibt es dazu im Moment aber keine Schnittstellen.
    Gruß
    Thorsten Schmidt

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